eKomi Bewertungen sammeln: Was du als Unternehmen wissen musst
41 % der deutschen Verbraucher lassen sich von positiven Bewertungen in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen. Wer als Unternehmen in Deutschland eKomi Bewertungen sammeln will, steht allerdings vor einer Reihe von Fragen: Wie funktioniert die Plattform genau? Was kostet sie? Und lohnt sich der Aufwand überhaupt noch?
Dieser Ratgeber gibt dir einen ehrlichen Überblick. Du erfährst, wie eKomi funktioniert, wie du die Plattform optimal nutzt und welche Alternativen es gibt, wenn eKomi nicht zu deinem Budget oder deinen Anforderungen passt.
eKomi: Was du wissen musst
eKomi wurde 2008 in Berlin gegründet und gehört zu den etablierten Bewertungsplattformen im deutschsprachigen Raum. Die Plattform hat über 50 Millionen Bewertungen für mehr als 15.000 Unternehmen gesammelt und ist in 48 Ländern aktiv.
Kernfunktionen von eKomi
- Verifizierte Händler- und Produktbewertungen: Nur Kunden, die tatsächlich gekauft haben, können bewerten. Das reduziert Fake-Bewertungen.
- Google Seller Ratings: eKomi liefert Bewertungsdaten an Google. Laut eigenen Angaben steigert das die Klickrate auf Suchanzeigen um bis zu 17 %.
- E-Commerce-Integrationen: Shopware 6, Plentymarkets, Magento 2, Shopify und weitere Shopsysteme werden unterstützt.
- Bewertungs-Widgets: Einbindbare Elemente für deine Website, die Sternebewertungen und Kundenstimmen anzeigen.
Die Schattenseiten
Bevor du dich für eKomi entscheidest, solltest du die kritischen Punkte kennen:
- Intransparente Preisgestaltung: eKomi veröffentlicht keine Preise auf der Website. Berichten zufolge lagen die Pakete historisch bei ca. 99 bis 299 EUR pro Monat, zuzüglich Einrichtungsgebühr und Überorderpauschalen – diese Angaben konnten nicht unabhängig verifiziert werden. Ohne Demo-Anfrage erfährst du den tatsächlichen Preis nicht.
- Automatische Vertragsverlängerung: 12-Monats-Verträge verlängern sich automatisch, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Die Kündigungsfrist beträgt nur einen Monat.
- Kundensupport: Der G2-Support-Score liegt bei 3,8 von 10 Punkten (zum Vergleich: Trustpilot erreicht 7,2 von 10). Auf Sitejabber bewerten Nutzer eKomi mit 1,9 von 5 Sternen.
- Vorwürfe der Bewertungszensur: Es gibt Berichte, dass negative Bewertungen auf Händlerwunsch unterdrückt werden. Für eine Plattform, die Vertrauen schaffen soll, ist das ein ernstes Problem.
Diese Punkte bedeuten nicht, dass eKomi grundsätzlich schlecht ist. Aber du solltest sie in deine Entscheidung einbeziehen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Mit eKomi Bewertungen sammeln
Falls du dich für eKomi entschieden hast (oder die Plattform testen möchtest), zeigt diese Anleitung den Weg zu mehr qualitativ hochwertigen Bewertungen.
Schritt 1: Integration in dein Shopsystem einrichten
Verbinde eKomi mit deinem Online-Shop. Für Shopware 6, Magento 2, Shopify und Plentymarkets gibt es fertige Plugins. Prüfe vor der Installation, ob dein Plugin zur aktuellen Shop-Version kompatibel ist. Plane für die Ersteinrichtung zwei bis vier Stunden ein.
Schritt 2: Bewertungseinladungen konfigurieren
Lege fest, wann Kunden eine Bewertungseinladung erhalten. Der optimale Zeitpunkt hängt von deinem Produkt ab:
- Physische Produkte: 7 bis 14 Tage nach Lieferung, damit der Kunde das Produkt testen konnte.
- Digitale Produkte/Dienstleistungen: 2 bis 5 Tage nach dem Kauf oder Abschluss.
- Erklärungsbedürftige Produkte: 14 bis 21 Tage, damit genug Erfahrung gesammelt werden konnte.
Achte darauf, dass deine Einladungs-E-Mails DSGVO-konform sind. Der Kunde muss dem Versand zugestimmt haben (Double Opt-in oder berechtigtes Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
Schritt 3: Bewertungsformular optimieren
Das Standard-Bewertungsformular von eKomi ist funktional, aber nicht optimal. Wenn möglich, passe es an:
- Reduziere die Anzahl der Pflichtfelder auf das Minimum.
- Stelle gezielte Fragen statt eines leeren Textfelds (z. B. "Was hat dir besonders gefallen?").
- Sorge für eine mobilfreundliche Darstellung. Rund 78 % der Verbraucher recherchieren vor einem Kauf online (laut ROPO-Studien), viele davon auf dem Smartphone.
Schritt 4: Bewertungen aktiv managen
Sammeln allein reicht nicht. Reagiere auf jede Bewertung, besonders auf negative:
- Bedanke dich bei positiven Bewertungen persönlich (nicht mit Textbausteinen).
- Nimm negative Bewertungen ernst, entschuldige dich und biete eine Lösung an.
- Antworte innerhalb von 48 Stunden. Schnelle Reaktionen signalisieren Kunden, dass du Feedback wertschätzt.
Schritt 5: Bewertungen sichtbar machen
Nutze die eKomi-Widgets, um Bewertungen auf deiner Website einzubinden. Platziere sie dort, wo Kaufentscheidungen fallen:
- Auf der Produktseite (nahe dem Warenkorb-Button)
- Auf der Startseite (für Erstbesucher)
- Im Checkout-Prozess (zur Reduktion von Kaufabbrüchen)
Häufige Fehler vermeiden
Fehler 1: Nur auf Sternebewertungen setzen
Viele Unternehmen freuen sich über 5-Sterne-Bewertungen ohne Text. Aber Sterne ohne Substanz überzeugen niemanden. "Super Produkt, empfehle ich weiter" ist kaum besser als gar keine Bewertung. Detaillierte Erfahrungsberichte sind das, was potenzielle Kunden lesen wollen.
Besser: Nutze gezielte Fragen oder ermögliche deinen Kunden, per Sprache zu bewerten. Voice-to-Text-Funktionen, wie sie etwa TrueTrust anbietet, führen zu deutlich längeren und detaillierteren Bewertungen, weil Sprechen schneller geht als Tippen.
Fehler 2: Den ROI nicht messen
Du investierst monatlich in eine Bewertungsplattform, aber weißt du, welche Bewertungen tatsächlich Kaufentscheidungen beeinflussen? Die meisten Plattformen, eKomi eingeschlossen, liefern keine Conversion-Daten. Du siehst Bewertungszahlen, aber nicht den Zusammenhang zwischen Bewertungen und Umsatz.
Besser: Nutze eine Plattform mit integrierter Conversion-Analyse. So erkennst du, welche Bewertungen Käufe auslösen, und kannst deine Strategie datengestützt optimieren.
Fehler 3: Sich an lange Verträge binden, ohne zu testen
eKomis automatische 12-Monats-Vertragsverlängerung kann teuer werden. Wer die Kündigungsfrist von einem Monat verpasst, sitzt ein weiteres Jahr fest.
Besser: Beginne mit einer Plattform, die monatlich kündbar ist. Teste mindestens drei Monate, bevor du dich langfristig bindest.
Fehler 4: DSGVO-Anforderungen unterschätzen
Bewertungen enthalten personenbezogene Daten. Der Name des Kunden, ggf. Details zum Kauf, und die Bewertung selbst fallen unter die DSGVO. Viele Unternehmen vergessen, ihre Datenschutzerklärung entsprechend anzupassen oder die Auftragsverarbeitung (AVV) mit der Bewertungsplattform zu regeln.
Besser: Kläre vor dem Start: Wo werden die Daten gespeichert (idealerweise in der EU)? Gibt es einen AVV? Können Kunden ihre Bewertung löschen lassen?
Fehler 5: Bewertungseinladungen zur falschen Zeit senden
Eine Einladung zwei Stunden nach dem Kauf? Der Kunde hat das Paket noch nicht einmal erhalten. Drei Wochen danach? Der Kaufimpuls ist längst vorbei.
Besser: Teste verschiedene Zeitpunkte und miss die Rücklaufquote. Ein guter Startpunkt sind 7 bis 10 Tage nach bestätigter Lieferung.
Experten-Tipps: Mehr und bessere Bewertungen sammeln
Tipp 1: Nutze den ROPO-Effekt gezielt
Rund 78 % der Verbraucher recherchieren vor einem Kauf online, auch wenn sie im Laden kaufen (ROPO-Effekt). Deine Bewertungen wirken also weit über den Online-Shop hinaus. Platziere Bewertungslinks auch in stationären Kontaktpunkten: auf dem Kassenbon, der Visitenkarte oder einem QR-Code am Point of Sale.
Tipp 2: Progressive Bewertungserfassung einsetzen
Der größte Conversion-Killer bei Bewertungen ist das leere Textfeld. Kunden, die "nur schnell Sterne vergeben" wollten, brechen ab, wenn sie einen langen Text schreiben sollen.
Die Lösung: Sterne zuerst erfassen, dann optional um Details bitten. So verlierst du nie eine Bewertung. TrueTrust nutzt genau dieses Prinzip der progressiven Erfassung: Erst Sterne, dann die Einladung, per Sprache oder Text mehr zu erzählen.
Tipp 3: Sprachbewertungen für detailliertere Inhalte
9 von 10 Online-Käufern weltweit werden von Kundenbewertungen beeinflusst (E-Commerce Trends Report 2025). Aber nur, wenn die Bewertungen Substanz haben. Per Sprache dauert eine ausführliche Bewertung rund 60 Sekunden. Per Text brauchen Kunden dafür drei bis fünf Minuten. Voice-to-Text-Technologie, wie sie TrueTrust einsetzt, transkribiert die Aufnahme per KI und bereinigt den Text automatisch.
Tipp 4: Bewertungen als Conversion-Hebel verstehen
Bewertungen sind kein Selbstzweck. Sie sollen Kaufentscheidungen beeinflussen. Dafür musst du wissen, welche Bewertungen tatsächlich wirken. Frage dich:
- Welche Bewertungen werden am häufigsten gelesen?
- Steigen die Conversions auf Produktseiten mit vielen vs. wenigen Bewertungen?
- Welche Bewertungsinhalte korrelieren mit Käufen?
Ohne Conversion-Analytics bleiben diese Fragen unbeantwortet. Plattformen wie TrueTrust liefern genau diese Daten und zeigen, welche Bewertungen den Umsatz treiben.
Tipp 5: Google Seller Ratings nicht überbewerten
eKomi wirbt stark mit Google Seller Ratings (Sterneanzeige in Google Ads). Das kann die Klickrate steigern. Aber bedenke: Seller Ratings erfordern mindestens 100 Bewertungen in den letzten 12 Monaten und einen Durchschnitt von mindestens 3,5 Sternen. Für viele kleinere Unternehmen ist diese Schwelle schwer erreichbar. Investiere dein Budget lieber in eine Plattform, die dir hilft, die Bewertungsqualität insgesamt zu steigern.
Fazit und nächste Schritte
eKomi ist eine etablierte Plattform mit funktionierenden E-Commerce-Integrationen und Google Seller Ratings. Gleichzeitig gibt es ernste Kritikpunkte: intransparente Preise, lange Vertragslaufzeiten, mangelhafter Support und Vorwürfe der Bewertungszensur.
Was du jetzt tun solltest:
- Prüfe deinen aktuellen Status: Wie viele Bewertungen erhältst du monatlich? Wie hoch ist die Rücklaufquote?
- Vergleiche Anbieter: Schau dir neben eKomi auch Alternativen an. Unser eKomi-Vergleich zeigt Preise, Funktionen und Unterschiede im Detail.
- Teste moderne Ansätze: Voice-to-Text, progressive Erfassung und Conversion-Analytics sind keine Spielereien, sondern messbare Hebel für mehr und bessere Bewertungen.
- Starte klein: Wähle eine Plattform mit monatlicher Kündigung und fairen Preisen. TrueTrust ist im Einstieg kostenlos und kostet im Pro-Tarif 49 EUR pro Monat, ohne versteckte Kosten und ohne Jahresvertrag.
Häufige Fragen
Was kostet eKomi für Unternehmen?
eKomi veröffentlicht keine offiziellen Preise. Berichten zufolge lagen die Pakete historisch bei ca. 99 bis 299 EUR pro Monat – diese Angaben konnten nicht unabhängig verifiziert werden. Dazu kommen Einrichtungsgebühren und eventuelle Überorderpauschalen. Den genauen Preis erfährst du nur über eine Demo-Anfrage. Im Vergleich: TrueTrust bietet vergleichbare Funktionen kostenlos, im Pro-Tarif ab 49 EUR pro Monat, mit transparenter Preisgestaltung.
Wie kann ich meinen eKomi-Vertrag kündigen?
eKomi-Verträge laufen in der Regel 12 Monate und verlängern sich automatisch. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat vor Vertragsende. Kündige schriftlich und fordere eine Bestätigung an. Notiere dir das Vertragsenddatum sofort bei Abschluss.
Ist eKomi DSGVO-konform?
eKomi ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin. Die grundlegenden DSGVO-Anforderungen werden erfüllt. Prüfe dennoch, ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) vorliegt und wo genau die Bewertungsdaten gespeichert werden.
Welche eKomi-Alternativen gibt es für den deutschen Markt?
Die wichtigsten Alternativen sind Trustpilot, ProvenExpert, Trusted Shops, Google Bewertungen und TrueTrust. Jede Plattform hat unterschiedliche Stärken. Trustpilot bietet hohe Reichweite, ProvenExpert gute Aggregation, Google Bewertungen sind kostenlos. TrueTrust hebt sich durch Voice-to-Text-Bewertungen, Conversion-Analytics und faire Preise (49 EUR/Monat) ab.
Wie bekomme ich mehr Bewertungen mit eKomi?
Drei Hebel sind entscheidend: den richtigen Versandzeitpunkt für Einladungen testen (7 bis 14 Tage nach Lieferung), das Bewertungsformular vereinfachen (weniger Pflichtfelder, gezielte Fragen) und auf jedem Kanal um Bewertungen bitten (E-Mail, QR-Code, Social Media). Alternativ kannst du mit Sprachbewertungen die Hürde für Kunden senken, denn Sprechen geht schneller als Tippen.
Kann ich Bewertungen von eKomi zu einer anderen Plattform migrieren?
Das hängt von deinem Vertrag ab. In der Regel kannst du deine eigenen Bewertungsdaten exportieren. Manche Plattformen bieten aktive Migrationsunterstützung. TrueTrust beispielsweise unterstützt die Migration von anderen Bewertungsplattformen, damit du deine bestehenden Bewertungen nicht verlierst.
Wie wichtig sind Bewertungen für SEO in Deutschland?
Sehr wichtig. Google berücksichtigt Bewertungssignale im lokalen Ranking. Strukturierte Bewertungsdaten (Schema.org) können zu Rich Snippets in den Suchergebnissen führen. Für lokale Unternehmen sind Google Bewertungen besonders relevant. Für Online-Shops können Seller Ratings die Klickrate auf Google Ads steigern.
Stimmt es, dass eKomi negative Bewertungen unterdrückt?
Es gibt Berichte und Nutzerbeschwerden, die darauf hindeuten, dass Händler negative Bewertungen über eKomi zurückhalten lassen können. Für eine Plattform, die Vertrauen schaffen soll, ist das problematisch. Achte bei der Wahl deiner Bewertungsplattform darauf, dass alle verifizierten Bewertungen, ob positiv oder negativ, veröffentlicht werden. Transparenz ist die Grundlage für echtes Kundenvertrauen.